WM 2026 Modus erklärt
Die WM 2026 hat ein komplett neues Format: 48 statt 32 Teams, 12 statt 8 Gruppen, und eine neue K.o.-Runde - das Sechzehntelfinale. Das Ergebnis: 104 statt 64 Spiele. Für DACH-Fans bedeutet das: deutlich mehr Anstoßzeiten zum Planen - und mehr Nachtspiele.
Altes vs. neues Format
Turnierverlauf mit Anstoßzeiten
Jede Gruppe hat 4 Teams. Die Top 2 und die 8 besten Dritten kommen weiter = 32 Teams für die K.o.-Runde.
Die neue Runde, die es noch nie gab. 32 Teams spielen um den Einzug ins Achtelfinale. 16 Spiele in 6 Tagen.
Was bedeutet das für die Anstoßzeiten?
40 Spiele mehr = 40 Anstoßzeiten mehr zum Planen. Statt 64 Spiele muss man sich 104 merken.
Mehr Nachtspiele: Durch die vielen zusätzlichen Spiele müssen mehr Partien an der Westküste stattfinden. 43 Gruppenspiele laufen nach Mitternacht MESZ.
Sechzehntelfinale = 6 Extra-Tage: Eine komplett neue Woche K.o.-Fußball zwischen Gruppenphase und Achtelfinale. Mehr Spiele, aber auch mehr Nachtschichten.
Positiv: In der K.o.-Runde ab Viertelfinale wird es besser - dann wird nur noch in den USA gespielt, und die Spiele liegen eher in der DACH-Primetime.
Wie das erweiterte Format die TV-Planung für DACH verändert
104 Spiele statt 64 - das verändert die TV-Landschaft grundlegend. ARD und ZDF teilen sich die Free-TV-Rechte in Deutschland, MagentaTV zeigt alle Partien live. Die Herausforderung: Bei 72 Gruppenspielen in 18 Tagen finden an Spitzentagen bis zu 5 Partien parallel oder nacheinander statt. Die Sender müssen entscheiden, welche Spiele sie live übertragen und welche nur im Stream laufen.
Für die Gruppenphase bedeutet das: ARD und ZDF können nicht jedes Spiel zeigen. Die Sender konzentrieren sich auf Partien mit deutscher Beteiligung, auf Topspiele der großen Fußballnationen und auf Spiele in DACH-freundlichen Uhrzeiten. Partien an der Westküste um 02:00 oder 04:00 Uhr MESZ werden im Free-TV kaum Sendeplätze bekommen - hier springt MagentaTV ein.
Das Sechzehntelfinale als neue Runde schafft eine zusätzliche Woche K.o.-Fußball im TV-Programm. 16 Spiele in 6 Tagen bedeuten 2-3 Partien pro Tag, die im Free-TV unterzubringen sind. ARD und ZDF werden sich die Tage aufteilen und jeweils die besten Spiele ihres Sendetags prominent platzieren. Die Deutsche Telekom profitiert als MagentaTV-Betreiber am stärksten vom erweiterten Format: 40 zusätzliche Spiele, die exklusiv oder als Erstübertragung laufen können.
In Österreich steht der ORF vor derselben Aufgabe. Das erweiterte Turnier bringt mehr Spiele, aber auch mehr Konkurrenz um Sendeplätze. Österreich-Spiele haben absolute Priorität, danach kommen Deutschland-Spiele (wegen der hohen Zuschauernachfrage) und Toppartien. In der Schweiz teilen sich SRF, RTS und RSI die Übertragungen nach Sprachregion.
Die TV-Anstoßzeiten folgen einem klaren Muster: Die FIFA setzt die attraktivsten Spiele auf die für Nordamerika und Europa besten Sendeplätze. Nachmittags Ortszeit (Abend MESZ) gibt es die Top-Partien, die Frühspiele Ortszeit (Nachmittag MESZ) bekommen die weniger prominenten Begegnungen. Für DACH-Fans heißt das: Je wichtiger das Spiel, desto besser die Uhrzeit. Gruppenspiele der kleinen Nationen an der Westküste laufen mitten in der Nacht - aber Deutschland gegen Brasilien würde nie um 04:00 Uhr MESZ angepfiffen.
Ein weiterer Aspekt: Public Viewing. Bei der WM 2006 und der EM 2024 in Deutschland entstanden große Fanzonen und Public-Viewing-Events. Bei der WM 2026 sind Nachtspiele nach Mitternacht MESZ für Open-Air-Veranstaltungen problematisch - Lärmschutzauflagen in deutschen Städten erlauben selten Veranstaltungen nach 22:00 Uhr. Die Gruppenphase mit ihren Spätanstoßzeiten wird also vorwiegend zu Hause am Fernseher oder per Streaming verfolgt. Erst ab dem Viertelfinale mit Anstoßzeiten um 21:00 oder 22:00 Uhr MESZ sind Public-Viewing-Events wieder realistisch.